Beim El mundo Festival am 16. und 17. Oktober 2026 in Judenburg erzählen Reisende in höchstens 30 Minuten von Grönland, Namibia, Oman, der Mongolei oder den kanadischen Rockies, mehrere davon mit Kindern. Weil das Programm erst nachmittags beginnt, lässt sich der Besuch mit Altstadt, Murradweg und Seetaler Alpen verbinden.
Grönland, Namibia, Oman, die kanadischen Rockies, die Antarktis: Beim El mundo Festival am 16. und 17. Oktober 2026 in Judenburg erzählen Reisende in jeweils höchstens 30 Minuten von ihren Touren – im Wettbewerb um Jury- und Publikumspreise. Für alle, die ihre nächste Reise selbst planen, ist das Programm eine Sammlung von Ideen, Routen und Fortbewegungsarten. Und weil das Festival im steirischen Murtal stattfindet, lässt sich der Besuch mit einem Herbstwochenende in der Region verbinden.
- Termin: 16. Oktober ab 14 Uhr und 17. Oktober 2026 ab 13.45 Uhr, Festhalle Judenburg, Kaserngasse 20.
- Ziele im Programm: Polarregionen, Afrika, Arabische Halbinsel, Mongolei, Kanada, Irland und Europas einstiger Eiserner Vorhang.
- Für Familien: Mehrere Vorträge erzählen vom Reisen mit Kindern und Jugendlichen.
- Rund um das Festival: Altstadt Judenburg, Murradweg und Seetaler Alpen; Zimmer vermittelt der Tourismusverband Murtal.
Eis und Licht: Grönland, Arktis, Antarktis
Die Polarregionen ziehen sich durch beide Festivaltage. Der Naturfotograf Stephan Fürnrohr zeigt laut Programm Grönland aus „außergewöhnlichen Perspektiven“ – Fjorde, Gletscher und Höhlen im Inlandeis. Jolanda Linschooten reist seit Jahren nach Ittoqqortoormiit im Nordosten Grönlands und erzählt von ihrem Wunsch nach einem eigenen Schlittenhundegespann. Stefan Christmann hat nach Angaben des Festivals zweimal in der Antarktis überwintert, insgesamt 27 Monate nahe der Atka-Bucht unter Kaiserpinguinen. Wer selbst mit dem Gedanken an eine Reise in den hohen Norden spielt, bekommt hier vor allem eines: eine Vorstellung davon, wie abgelegen diese Orte sind.
Afrika und Arabien auf eigenen Wegen
Thomas Finke ist laut Programm mit einem 68 Jahre alten Mercedes Ponton drei Monate und 11.000 Kilometer durch Namibia gefahren – ohne Servolenkung und ohne Klimaanlage, auf der Suche nach Orten, die in keinem Reiseführer stehen. Hardy Fiebig kehrt in den Oman zurück, um Menschen wiederzufinden, die er vor 15 Jahren für seinen Bildband „Weihrauchland“ fotografiert hat. Und die Grazer Familie Haberl erzählt von 13 Monaten zwischen Kapstadt und dem Nordkap, unterwegs mit Zug, Bus, Tuk-Tuk und Geländewagen, unter anderem mit dem Tazara-Zug in Richtung Ostafrika. Das vollständige Programm des El mundo Festivals 2026 listet alle Vorträge mit Uhrzeit und Kurzbeschreibung.
Zu Fuß, mit dem Rad, mit Kindern
Für Familien besonders interessant: Verena Schmidt ist mit ihrer damals 13-jährigen Tochter Analena durch die kanadischen Rockies gewandert, laut Programm 600 Kilometer und 27.000 Höhenmeter – mit Schneestürmen, Bärenbegegnungen und viel Streit auf engem Raum, aus dem am Ende ein „Dreamteam“ wurde. Michael Moritz, seine Lebensgefährtin Anna und die dreijährige Tochter Anouk sind mit einem umgebauten Feuerwehrauto 12.000 Kilometer bis in die Mongolei gefahren und haben dort ein Jahr in einer eigenen Jurte bei Nomaden gelebt, bei Temperaturen bis minus 37 Grad.
Wer lieber in die Pedale tritt, findet zwei Radgeschichten: Robert Neu ist laut Festival mehr als 5.000 Kilometer rund um Irland gefahren, hat dabei den Wild Atlantic Way erkundet und sechs Nächte pro Woche im Zelt geschlafen. Rebecca Salentin hat auf dem Iron Curtain Trail knapp 10.000 Kilometer durch 20 Länder zurückgelegt, vom Balkan über das Baltikum bis an die Barentssee. Dazu kommen Wildnisgeschichten zu Wasser: Clemens Ratschan war mit dem Packraft im Ostsajan-Gebirge im Norden der Mongolei unterwegs, der Kajakfahrer Olaf Obsommer erzählt außer Konkurrenz von Flüssen in mehr als 50 Ländern.
Ein Wochenende im Murtal
Das Programm beginnt am Freitag erst um 14 Uhr und am Samstag um 13.45 Uhr. Die Vormittage bleiben damit frei für die Region. Die Festival-Website empfiehlt einen Rundgang durch die Judenburger Altstadt mit dem frei stehenden Stadtturm, dessen Aussichtsgalerie über 256 Stufen erreichbar ist, und einen Besuch im Stadtmuseum, wo der Strettweger Kultwagen zu sehen ist. Für Aktive nennt sie das beschilderte Radwegenetz und den Murradweg sowie Wanderungen in den Seetaler Alpen bis auf den 2.396 Meter hohen Zirbitzkogel. Ob Wege und Hütten Mitte Oktober begehbar beziehungsweise geöffnet sind, sollte man vor Ort erfragen.
Zimmer in Judenburg und Umgebung vermittelt laut Festival der Tourismusverband Murtal: Telefon +43 3577 26 600, E-Mail info@murtal.at, Büro am Hauptplatz 6 in Judenburg, Montag bis Freitag 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr. Wohnmobile und Expeditionsfahrzeuge dürfen am Murtalerplatz direkt neben dem Veranstaltungszentrum über Nacht abgestellt werden.
Karten und Budget
Laut Ticketseite sind die Hauptkategorie und die Beistellsessel mit Stand 5. Oktober 2026 ausverkauft, Restkarten durch Retouren sind möglich. Nicht als ausverkauft angeführt sind die frei verfügbaren Sessel auf den seitlichen Emporen: 70 Euro für beide Tage, 38 Euro für einen Tag, ermäßigt für Schülerinnen, Schüler und Studierende bis 26 Jahre 60 beziehungsweise 33 Euro. Eine Platzreservierung gibt es in dieser Kategorie nicht. Ab 9. Oktober laufen Last-Minute-Anfragen ausschließlich per WhatsApp (+43 664 1524234). Für eine vierköpfige Familie mit zwei ermäßigungsberechtigten Kindern kosten zwei Festivaltage auf der Empore damit 260 Euro, zuzüglich Unterkunft und Anreise.
Fazit
El mundo ist kein Reisemesse-Wochenende mit Prospekten, sondern ein Abend- und Nachmittagsprogramm mit kurzen, erzählten Reisen. Wer Ideen für die eigene nächste Tour sucht – mit Kindern, mit dem Rad oder in den Norden – findet im Programm 2026 viele Anregungen. Kombiniert mit einem Herbsttag im Murtal ergibt das ein Kurzurlaub-Wochenende in der Steiermark; entscheidend ist, sich rechtzeitig um Karten und Zimmer zu kümmern.













